Blickten auf ein erfolgreiches Symposium zurück (v.l.n.r.): Prof. Dr. med. Stefan Lorenzl, Chefarzt der Abteilung für Neurologie am Krankenhaus Agatharied, Prof. Dr. med. Andreas Zwergal, Leiter der neurologischen Poliklinik, LMU Campus München-Großhadern, Prof. Dr. med. Alexander Sartorius, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Zentralinstitut für seelische Gesundheit, Mannheim, Prof. Dr. med. Stephan Heres, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des kbo-Isar-Amper Klinikums, München-Schwabing, Prof. Dr. Michael Landgrebe, Chefarzt der kbo-Lech-Mangfall-Klinik Agatharied sowie Prof. Dr. med. Thomas Messer, Chefarzt der Danuvius Klinik, Pfaffenhofen.
Neue Perspektiven bei schweren Depressionen: EKT-Therapie jetzt auch in Agatharied
9. Agatharieder neurologisch-psychiatrisches Symposium stellt moderne Behandlungsmöglichkeit in den Mittelpunkt und berichtet über aktuelle Entwicklungen in der Neurologie und Psychiatrie.
Agatharied, 28. Juli 2026
Die Elektrokonvulsionstherapie (EKT) zählt heute zu den wirksamsten Behandlungsverfahren bei schweren psychischen Erkrankungen. Seit Kurzem wird diese Therapie auch in Agatharied angeboten – in enger Kooperation zwischen der kbo-Lech Mangfall-Klinik und dem Krankenhaus Agatharied. Im Rahmen des 9. Agatharieder Symposiums informierten renommierte Expertinnen und Experten über aktuelle Themen aus dem Bereich der Psychiatrie und Neurologie und die Bedeutung der EKT für die moderne psychiatrische Versorgung.
„Die Elektrokonvulsionstherapie eröffnet insbesondere Menschen mit schweren Depressionen, aber auch bei Schizophrenie und der sogenannten Katatonie neue Perspektiven“, betonte Prof. Dr. med. Alexander Sartorius vom Mannheimer Zentralinstitut für seelische Gesundheit während seines Fachvortrags auf dem Symposium. Bei der EKT werden im Gehirn durch Elektrostimulation neurobiologische Prozesse angeregt, die insbesondere bei schweren Depressionen häufig zu einer deutlichen und oftmals rasch eintretenden Symptomverbesserung führen. Das Verfahren erfolgt unter Kurznarkose sowie mit Medikamenten zur Muskelentspannung und gilt bei entsprechender Indikation als sehr sicher und schonend.
„Mit der neuen Kooperation schaffen die kbo-Lech-Mangfall-Klinik und das Krankenhaus Agatharied ein wohnortnahes Angebot für Menschen, die bislang für eine EKT häufig weite Wege auf sich nehmen mussten. Ziel ist es, Patientinnen und Patienten in der Region eine hochwertige, leitliniengerechte Versorgung auf dem neuesten Stand der Medizin zu ermöglichen“, erklärte der Chefarzt der kbo-Lech-Mangfall-Klinik Agatharied, Prof. Dr. med. Michael Landgrebe.
Erneut großes Interesse und positive Resonanz
109 Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten Prof. Landgrebe sowie sein Kollege Prof. Dr. med. Stefan Lorenzl, Chefarzt der Abteilung für Neurologie am Krankenhaus Agatharied, beim Symposium begrüßen. Das große Interesse zeigte einmal mehr, dass sich die Veranstaltung als fachlicher Austausch über aktuelle Entwicklungen in der Psychiatrie und Neurologie etabliert hat. In einem weiteren interessanten Vortrag informierte Prof. Dr. med. Thomas Messer, Chefarzt der Danuvius-Klinik Pfaffenhofen, über genderspezifische Aspekte der Pharmakotherapie. Darunter versteht man die unterschiedliche Wirkungsweise von Medikamenten bei neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen je nach Geschlecht. Anhand von Studien belegte der Referent eindrucksvoll, dass die Unterschiede bei der Verabreichung von Medikamenten unbedingt berücksichtigt werden müssen.
Wie Schwindel und kognitive Fähigkeiten zusammenhängen, erläuterte Prof. Dr. med. Andreas Zwergal vom Klinikum München-Großhadern und Prof. Dr. med. Stephan Heres vom kbo-Isar-Amper-Klinikum sprach über aktuelle Entwicklungen in der Behandlung von Schizophrenien. Hinweis: Die weibliche und die männliche Form werden abwechselnd oder gemischt verwendet, es sind jedoch