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Aktuelle Nachrichten aus den kbo-Lech-Mangfall-Kliniken!

Nervenheilkunde im Nationalsozialismus: Symposium in Garmisch-Partenkirchen lädt zur kritischen Auseinandersetzung mit der Geschichte ein

Garmisch-Partenkirchen, 24.06.2026

Die Auseinandersetzung mit der Geschichte der Medizin ist nicht nur ein Blick zurück, sondern auch wichtiger Impuls für unser heutiges Verständnis von Medizin, Wissenschaft und gesellschaftlicher Verantwortung. Unter dem Titel „Nervenheilkunde während des Nationalsozialismus“ veranstaltet die kbo-Lech Mangfall-Klinik Garmisch-Partenkirchen am Mittwoch, 1. Juli 2026, von 15 Uhr bis 18 Uhr ein hochkarätig besetztes Symposium, das sich einem der dunkelsten Kapiteln der Medizin- und Psychiatriegeschichte widmet. Die Veranstaltung beleuchtet die Rolle der Nervenheilkunde während der Zeit des Nationalsozialismus aus unterschiedlichen wissenschaftlichen und historischen Perspektiven.

Renommierte Referenten aus Deutschland und Tschechien zeigen auf, wie damalige medizinische Ideologien, gesellschaftliche Entwicklungen und politische Rahmenbedingungen zu Ausgrenzung, Verfolgung und den sogenannten „Euthanasie“- Verbrechen führten. Gleichzeitig wird der Blick auf die bis heute spürbaren Folgen für Medizin, Gesellschaft und das Verständnis ärztlicher Verantwortung gerichtet. „Die Auseinandersetzung mit der Geschichte unseres Fachs eröffnet einen wichtigen Zugang zum Verständnis unserer Gegenwart“, betont Veranstalter und Chefarzt Prof. Dr. Florian Seemüller. Gerade in Zeiten gesellschaftlicher und politischer Umbrüche sei es wichtig, historische Erfahrungen kritisch zu reflektieren und daraus Orientierung für aktuelle ethnische und politische Erfahrungen zu gewinnen.

Auf dem Programm stehen Vorträge namhafter Experten, darunter Prof. Dr. Hans Förstl (München), Prof. Dr. Michael von Cranach (Kaufbeuren), Prof. Dr. Evžen Růžička (Prag) sowie Prof. Dr. Thomas Becker (Leipzig). Die Themen der Vorträge behandeln unter anderem die ideologischen Grundlagen der nationalsozialistischen Medizin, die Rolle des Psychiaters Valentin Faltlhauser im Rahmen der „Euthanasie“- Verbrechen in Kaufbeuren, die Beziehungen zwischen Medizingeschichte, Universitätsgeschichte und der Geschichte politischer Gewalt, sowie die gesellschaftlichen Nachwirkungen dieser Zeit.

Das Symposium richtet sich an Ärztinnen und Ärzte, Mitarbeitende im Gesundheitswesen, historisch Interessierte sowie alle Bürgerinnen und Bürger, die sich mit Fragen von Verantwortung, Ethik und Erinnerungskultur auseinandersetzen möchten. Natürlich bietet die Veranstaltung neben den Fachvorträgen auch ausreichend Raum für Diskussion und Austausch.

Die Veranstaltungsdaten

Titel: „Nervenheilkunde während des Nationalsozialismus“

Ort: kbo-Lech-Mangfall-Klinik Garmisch-Partenkirchen, Auenstr. 6 Mittwoch

Zeit: 1. Juli 2026, 15:00 Uhr bis 18:00 Uhr

Ort: Multifunktionsraum, Ebene 3

Die Teilnahme ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist erforderlich. Anmeldungen unter: eveeno.com/nationalsozialismus_gap.

Die Veranstalter freuen sich auf zahlreiche Besucherinnen und Besucher sowie auf einen gemeinsamen, reflektierten Dialog über die Verantwortung von Medizin und Gesellschaft. Damals wie heute.

Hinweis: Die weibliche und die männliche Form werden abwechselnd oder gemischt verwendet, es sind jedoch grundsätzlich alle Geschlechter gemeint.

Von Carola Krumbacher