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Die häufigsten psychischen Erkrankungen im Überblick

Die Schizophrenie ist eine schwere psychische Störung. Die Betroffenen leiden phasenweise unter massiven Veränderungen ihrer Gedanken, Gefühle und ihrer Wahrnehmung. Auch ihr Verhalten ändert sich dramatisch und wirkt auf Außenstehende oft bizarr oder beängstigend. Die Schizophrenie ist eine endogene Psycose ohne erkennbare körperliche Ursache und oft ohne erkennbaren Zusammenhang mit bestimmten Erlebnissen. Menschen, die unter Schizophrenie leiden, tragen entgegen der landläufigen Vorstellung nicht mehrere Persönlichkeiten in sich, die abwechselnd zum Vorschein kommen, wie das bei einer Dissoziativen Identitätsstörung der Fall ist. 

Symptome

Zu den Frühsymtomen gehören Schlafstörungen,  starke Reizbarkeit und Anspannung. Häufig reagieren die Betroffenen besonders empfindlich auf Licht und Geräusche.  Mitunter treten auch erste Trugwahrnehmungen auf. Diese Anzeichen können einige Monate, aber auch über Jahre andauern, bevor die Schizophrenie in ihre akute Phase übergeht.

  • Halluzinationen: Meist hören Menschen mit Schizophrenie Stimmen. Seltener sehen, schmecken oder fühlen sie Dinge, die nicht da sind. Die Stimmen können freundlich oder bedrohlich sein, sie können zu bekannten Personen „gehören“ oder nicht. Oft kommentieren die Stimmen das eigene Verhalten, oder sie unterhalten sich über einen. Die Stimmen können auch zu bestimmten Taten drängen.
  • Wahn: Oft entwickelt sich ein Verfolgungswahn oder das starke Gefühl, zu etwas Ungewöhnlichem berufen zu sein. Normale Dinge erscheinen plötzlich sonderbar. Betroffene beziehen alles auf sich und sehen überall „Zeichen“, die ihre Wahrnehmung bestätigen. Oder sie haben das Gefühl, dass sich andere gegen sie verschworen haben.
  • Ich-Störung: Der Begriff „Ich-Störung“ meint, dass die Grenze zwischen der eigenen Person und der Umwelt verschwimmt. Es kann zum Beispiel das Gefühl entstehen, das eigene Erleben und Denken werde durch andere gesteuert – oder andere könnten die eigenen Gedanken lesen.
  • Beeinträchtigung von Sprache und Denken: Das Denken wird fahrig und wirr, Sätze sind grammatikalisch falsch und unverständlich. Dieselben Gedanken werden ständig wiederholt.
  • Auffälliges Gefühlsleben: Dies kann sich als innere Leere, Abstumpfung und sozialer Rückzug äußern, manchmal auch als depressive Verstimmung. Plötzliche Stimmungswechsel oder völlig unpassendes Verhalten können ebenfalls vorkommen – zum Beispiel Lachen bei traurigen Anlässen.
  • Bewegungsauffälligkeiten: Manche Menschen haben einen ziellosen Bewegungsdrang, andere ahmen Bewegungen nach, grimassieren oder erstarren in teils ungewöhnlichen Gesten oder Körperhaltungen.
  • Eingeschränkte Denkleistung: Die Aufmerksamkeit, die Konzentration und das Gedächtnis sind gestört. Das Lösen komplexerer Aufgaben (beispielsweise, sich auf eine Stelle zu bewerben) bereitet starke Probleme.

 

Ursachen 

Genetische Vorbelastung

Eine genetische Vorbelastung spielt oft eine Rolle. Ist beispielsweise ein eineiiger Zwilling an Schizophrenie erkrankt, erkrankt der andere Zwilling in etwa 45 Prozent der Fälle ebenfalls. Ebenso hoch ist das Krankheitsrisiko, wenn beide Elternteile schizophren sind. Ist nur ein Elternteil betroffen, liegt das Risiko für Kinder immer noch bei 12 Prozent. Zum Vergleich: In der durchschnittlichen Bevölkerung erkrankt nur etwa ein Prozent an Schizophrenie.

Stress

Menschen, die an einer Schizophrenie erkranken, reagieren besonders empfindlich auf Stress. Auch vor Ausbruch der Krankheit können sie mit belastenden Situationen oft schlecht umgehen. An einem bestimmten Punkt wird die Belastung zu groß. Dann wird der Stress zum Auslöser, der die Krankheit anstößt. Viele schizophrene Patienten berichten von kritischen Lebensereignissen wie dem Verlust einer nahestehenden Person oder einer problematische beruflichen Situation. Aber auch positive Situationen können Stress verursachen - beispielsweise eine Hochzeit oder die Geburt eines Kindes.