Bei wunderschönem, mildem Frühlingswetter eröffneten Bezirkstagspräsident Thomas Schwarzenberger, kbo-Vorstandsvorsitzender Franz Podechtl, die Direktorien der kbo-Lech-Mangfall-Kliniken und des Heckscher-Klinikums sowie Vertreter der Kommunalpolitik beim Medientermin offiziell den neuen Standort Wolfratshausen.
Eröffnung der kbo-Tageskliniken in Wolfratshausen
Verbesserte Versorgung für psychische und psychiatrische Gesundheit in Stadt und Landkreis
Nach knapp zweijähriger Bauzeit haben die kbo-Tageskliniken, Institutsambulanzen sowie eine Außenstelle der Carl-August-Heckscher-Schule ihre Pforten in der Königsdorfer Straße 17 geöffnet. In dem modernen, nachhaltig errichteten Gebäude bieten die kbo-Lech-Mangfall-Klinik für Erwachsenen- und das kbo-Heckscher-Klinikum für Kinder- und Jugendlichenpsychiatrie medizinische und therapeutische Behandlungen auf höchstem Niveau.
Wolfratshausen, 27. Februar 2026
Das dreigeschossige Gebäude mit einer Nutzfläche von rund 1950 Quadratmetern ist durchgängig barrierefrei. Im Erdgeschoss bietet die Tagesklinik für Erwachsene 20 teilstationäre Behandlungsplätze und ermöglicht damit eine intensive psychiatrisch-psychotherapeutische Versorgung, ohne dass ein vollstationärer Aufenthalt notwendig ist. Patientinnen und Patienten erhalten hier tagsüber eine engmaschige, multiprofessionelle Behandlung und verbringen die Abende sowie Nächte in ihrem gewohnten Umfeld. Im Mittelpunkt steht ein ganzheitliches medizinisches Konzept, das individuell auf die jeweilige Erkrankung und persönliche Situation abgestimmt wird. Ziel ist es, psychische Stabilisierung zu fördern, Symptome zu lindern und die Fähigkeit zur Bewältigung des Alltags nachhaltig zu stärken. Die Behandlung erfolgt in einem strukturierten Tagesablauf und umfasst unter anderem ärztliche und psychotherapeutische Gespräche, diagnostische Abklärungen sowie die kontinuierliche Anpassung der Therapieplanung.
Zum therapeutischen Angebot gehören neben Gruppen- und Einzel- auch Paar- und Familientherapien. Ergänzend werden verschiedene körper- und kreativtherapeutische Verfahren eingesetzt, darunter Kunst-, Sport-, Tanz- und Körpertherapie. Unterschiedliche Entspannungstechniken unterstützen dabei, Stress zu reduzieren und neue Strategien im Umgang mit Belastungen zu entwickeln. Durch die enge Zusammenarbeit von Ärztinnen und Ärzten, Psychologinnen und Psychologen, Pflegekräften sowie Therapeutinnen und Therapeuten entsteht ein umfassendes Behandlungssetting, das medizinische, psychotherapeutische und soziale Aspekte gleichermaßen berücksichtigt. Ergänzend stehen moderne Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, darunter auch Neuromodulationsverfahren wie die repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS), die insbesondere bei Depressionen eingesetzt werden kann. Darüber hinaus ist die Institutsambulanz Teil des Versorgungskonzepts und ermöglicht eine fachärztliche und psychotherapeutische Behandlung auch über die tagesklinische Phase hinaus. Damit werden eine kontinuierliche Betreuung und eine gute Verzahnung zwischen ambulanter und teilstationärer Versorgung sichergestellt.
Schwerpunkt Essstörungen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie
Im 1. Obergeschoss befindet sich die Tagesklinik des kbo-Heckscher-Klinikums für 16 Kinder und Jugendliche und die Carl-August-Heckscher-Schule. Hier unterrichten deren Lehrkräfte die jungen Patientinnen und Patienten. Das multiprofessionelle Klinik-Team besteht aus Ärztinnen und Ärzten, Psychologinnen und Psychologen, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, einer Sozialpädagogin, einer Kunsttherapeutin, einem Arbeitstherapeuten sowie den Mitarbeitenden des Pflege- und Erziehungsdienstes. Es behandelt insbesondere Essstörungen, aber auch Patientinnen und Patienten mit Depressionen, Sucht- und Zwangserkrankungen, dem AufmerksamkeitsdefizitHyperaktivitätssyndrom (ADHS) oder Störungen in der Persönlichkeitsentwicklung. Die Ambulanz des kbo-Heckscher-Klinikums besteht seit 2005 und befindet sich nun im 2. Stock des neuen Gebäudes. Bis zu 250 Erwachsene und mindestens ebenso viele Jugendliche sollen pro Jahr in den beiden Tageskliniken behandelt werden. Weitere rund 5000 Patientinnen und Patienten versorgen die interdisziplinären Teams jährlich in den zwei Institutsambulanzen. Vorteil des Konzepts mit zwei psychiatrischen Einrichtungen unter einem Dach: Mit Erreichen der Volljährigkeit können die jungen Patientinnen und Patienten nahtlos in die Erwachsenenpsychiatrie übergeleitet werden. Ein großes Plus für die Versorgungsqualität und -kontinuität der jungen Erwachsenen, da es in dieser vulnerablen Phase der Transition erfahrungsgemäß häufig zu Behandlungsabbrüchen kommt.
Lückenschluss im südwestlichen Oberbayern
Insgesamt 50 Fachkräfte arbeiten in multiprofessionellen Teams am neuen Standort in der Königsdorfer Straße, der jetzt eine lange bestehende Lücke in der psychiatrischen Versorgung südlich von München schließt. Dies sieht auch der Ärztliche Direktor der kbo-Lech-Mangfall-Kliniken gGmbH und Chefarzt der kbo-Standorte Agatharied und Wolfratshausen so: „Mit der neuen Erwachsenenpsychiatrie in Wolfratshausen stärken wir die psychiatrische Versorgung in der Region nachhaltig. Durch die ideale Kombination aus tagesklinischen und ambulanten Angeboten können wir Patientinnen und Patienten in unterschiedlichen Krankheitsphasen kontinuierlich begleiten“, erklärt Prof. Dr. Michael Landgrebe und die Pflegedirektorin Christina Kießling ergänzt: „Psychiatrische Pflege bedeutet Nähe, Beziehung und Stabilität im Alltag zu geben – genau das macht unsere Arbeit in der Tagesklinik so wertvoll“. Leitende Oberärztin ist Dr. Anke Tolksdorf. „Es ist für mich eine besonders große Freude, den neuen Standort von Anfang an mitzugestalten und hier ein modernes, multiprofessionelles Behandlungskonzept aufzubauen“, sagt die Fachärztin. Die Klinikleitung des kbo-Heckscher-Klinikums - bestehend aus Geschäftsführer Birk Heinrich, der Ärztlichen Direktorin, Priv.-Doz. Dr. Katharina Bühren und Lena Heyelmann, Direktorin für Pflege und Erziehung, ergänzt: „Wir freuen uns mit unseren Mitarbeitenden über den Neubau, der nicht nur unsere seit 20 Jahren bestehende Ambulanz, sondern auch die neue Tagesklinik mit dem Schwerpunkt Essstörungen beheimaten wird.“
Ökologische und nachhaltige Bauweise
Schon bei der Konzipierung des modernen Gebäudes haben die Planer besonderen Wert auf eine durchdachte Architektur sowie eine ökologische und nachhaltige Bauweise gelegt. Die Fassade besteht durchgängig aus nachwachsendem Material, das Dach ist mit einer leistungsfähigen Photovoltaik-Anlage ausgerüstet, sodass der Energiebedarf insbesondere im Sommer zum größten Teil mit Solarstrom abgedeckt werden kann. Zudem sorgt die Begrünung der Außenanlagen und des Dachs in den kommenden Monaten für ein freundliches, naturnahes Ambiente. Es stehen Wallboxen für E-Autos zur Verfügung sowie etliche Lademöglichkeiten für E-Bikes. Die Heizung im Gebäude wird über einen 80 KW Pelletkessel betrieben.
Darüber hinaus haben die Planer in der Bauphase auf einen möglichst geringen CO2-Abdruck Wert gelegt und größtenteils Firmen aus Bayern und der Region beauftragt, um zudem das heimische Baugewerbe zu stärken. Das Vorzeigeprojekt in und für die Stadt Wolfratshausen ist das zweite seiner Art in Bayern. Es wurde von der Staatsregierung finanziell unterstützt.